Imagekampagne für den öffentlichen Dienst in Bayern
BBB: Die Beamten in Bayern haben ein Recht auf mehr Anerkennung
Der öffentliche Dienst ist ein wichtiger Standortfaktor. Ein starker öffentlicher Dienst braucht den Rückhalt der Bürgerinnen und Bürger!", so Rolf Habermann, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB). Zusammen mit Ministerpräsident Günther Beckstein und dem Deutschen Gewerkschaftsbund wurde heute die Imagekampagne für den öffentlichen Dienst unter dem Motto "Aktiv für Sie. Der Öffentliche Dienst" mit einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei eingeleitet.
"Es ist natürlich angenehm für die Beschäftigten, wenn ihnen der Rücken vom Chef gestärkt wird!", so Habermann. "Ich hoffe aber, mit der Kampagne vor allem die Leute außerhalb des öffentlichen Dienstes wachzurütteln." Dass hier dringend Handlungsbedarf bestehe, habe kürzlich erst die durch den Deutschen Beamtenbund in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage aufgezeigt (...hier als pdf-Datei). Während die einzelnen Berufssparten eine durchaus gute Reputation besitzen, wird der Oberbegriff des "Beamten" lediglich von Vorurteilen geprägt. "Seit Jahren haben die Kolleginnen und Kollegen unter verbreiteten Vorurteilen über ihre angeblich mangelnde Leistungsfähigkeit und vermeintliche Privilegien zu leiden. Es ist höchste Zeit, diesen Negativklischees mit Tatsachen zu begegnen", sagte Habermann. Dabei dürften selbstverständlich auch die Berufsgruppen nicht vernachlässigt werden, die bisher in der öffentlichen Wahrnehmung schlichtweg nicht präsent seien.
Das Negativklischee "Beamter" existiere offenbar völlig losgelöst vom tatsächlichen Ansehen des Feuerwehrmannes, von Polizisten, Lehrern, Krankenschwestern oder Müllmännern. Die öffentliche Meinung unterliege in Teilen einer verzerrten Wahrnehmung, die es zu korrigieren gelte. Sowohl der Anteil der im öffentlichen Dienst Beschäftigten an der Gesamterwerbsbevölkerung als auch der Beamtenanteil im öffentlichen Dienst würden deutlich überschätzt. Vergessen werde manchmal auch, dass die Beschäftigten in vielen Fällen reines Vollzugsorgan sind, die bestehende Gesetze ausführen. Hierunter hätten z. B. vor allem Finanzbeamte zu leiden. "Häufig werden die Beamtinnen und Beamten auch einfach für die Konsequenzen einer verfehlten Politik verantwortlich gemacht", lässt Habermann wissen.
Gerade in diesem Zusammenhang sei auch Beamtenschelte aus Politikermund zu bewerten: "Oft wird hier nur von eigenen Versäumnissen abgelenkt. Gerade weil die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes für die Politiker den Kopf hinhalten, verdienen sie aber deren Respekt und Unterstützung." Die erwähnte Umfrage habe zudem gezeigt, dass 82 Prozent der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst wachsende Einkommensrückstände gegenüber der Privatwirtschaft beklagen. "Leider zu Recht", so der BBB-Chef.
Ein besseres Ansehen stärkt den öffentlichen Dienst. Ein starker öffentlicher Dienst kommt sowohl der regionalen Entwicklung als auch den Bürgerinnen und Bürgern zu Gute. Diese sind in allen Lebensbereichen auf die Leistungen staatlichen Handelns angewiesen. "Darauf sollen sie vertrauen können", verlangt Habermann.
Die angestoßene Kampagne sei ein wichtiges Element bei der Nachwuchssicherung. Der öffentliche Dienst müsse auch in Zukunft für die bestausgebildeten Bewerber attraktiv sein. "Da ist es sicher eine nicht zu unterschätzende Hürde, wenn man im privaten Umfeld ständig seinen Beruf verteidigen muss", meint Habermann.
"Wir sehen die heute vorgestellte Broschüre als einen ersten Schritt, dem eine kontinuierliche Kette von weiteren Maßnahmen folgen muss", ließ Habermann wissen. Dabei sollten durchaus auch verwaltungsinterne Vorgänge einer Prüfung unterzogen werden. "Auch die Bürgerinnen und Bürger müssen zu Wort kommen", verlangt der Vorsitzende. Schließlich seien sie die Adressaten der Leistungen des öffentlichen Dienstes und damit die unmittelbar Betroffenen.
Für eventuelle Nachfragen stehen zur Verfügung:
Anette Egle, Tel. (0 89) 55 25 88 - 10
Rolf Habermann, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes e.V., Tel. (01 71) 2 31 89 08