Archiv - 2004
(27.07.2004)
Die Arbeitszeit für bayerische Beamte wird trotz allen Protesten verlängert. Das Kabinett schuf am Dienstag in München die rechtlichen Voraussetzungen für ein entsprechendes Stufenmodell. Demzufolge arbeiten ab 1. September dieses Jahres Beamte, die jünger als 50 Jahre sind, 42 Stunden in der Woche. Für 50- bis 60-jährige Beamte beträgt die Arbeitszeit dann 41 Stunden. Für die neu eingestellten Angestellten und Arbeiter des öffentlichen Dienstes gilt diese Regelung bereits seit dem 1. Mai.
Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) sprach von einer «maßvollen Verlängerung der Arbeitszeit». Damit erbrächten die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Bayern einen «wichtigen Beitrag zur Konsolidierung des Staatshaushalts sowie zur langfristigen Gestaltungsfähigkeit der Politik».
Der Minister verwies darauf, dass der Anteil der Personalausgaben am Staatshaushalt heute bereits bei 43 Prozent liege. Er werde schon wegen der zunehmenden Pensionslasten in den nächsten Jahren weiter steigen. Faltlhauser fügte hinzu: «Die Arbeitszeitverlängerung und die bereits beschlossenen Teilschritte der Verwaltungsreform sind wesentliche Beiträge zur Begrenzung der Ausgabendynamik.»
Der Bayerische Beamtenbund kritisierte, mit dieser Entscheidung habe das Kabinett den «Wortbruch» des Ministerpräsidenten abgesegnet. Verbandschef Rolf Habermann verwies darauf, dass Stoiber vor der Landtagswahl eine Arbeitszeitverlängerung ausgeschlossen habe. Die Beschäftigten fühlten sich von der Staatsregierung getäuscht.
Habermann fügte hinzu, der Beamtenbund werde alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die «verfassungswidrige» Maßnahme ausschöpfen. Mit der Arbeitszeitverlängerung von 1994 summiere sich die Gehaltseinbuße auf nahezu zehn Prozent. Insgesamt vernichte die Arbeitszeitverlängerung in Bayern weit über 5000 Stellen. «Unsere Schmerzgrenze ist deutlich überschritten», sagte Habermann.
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